Von Pflanzen und Farben

Tja, wo habe ich die letzten Wochen so gesteckt? Ich habe ja lange nichts von mir hören lassen. Natürlich habe ich mein Kreativsein nicht an den Nagel gehängt, ich hatte einfach zu viel um die Ohren um zu bloggen. Es war dieses Jahr so trocken in der Region, dass ich jeden Abend raus in den Garten musste zum Gießen. Man sät ja nicht fleißig Gemüse, um ihm beim Vertrocknen zuzuschauen.

Beinwell mit Hummel

Nein, man sät Pflanzen auch, um zu färben (das ist jetzt eine Überleitung, was?). Ich habe seit Jahren Stoffe hier liegen, aus denen ich einen Quilt nähen möchte, aber ich habe irgendwie Angst davor, anzufangen. Und jetzt kommt gleich noch ein zweites Quilt-Projekt dazu, obwohl der erste Stoffstapel noch hier liegt. Ich möchte einen Quilt komplett aus selbstgefärbten Stoffen nähen.

Stoff färben

Also habe ich weißen Baumwollstoff gekauft, den ich in 20 x 20 cm Stücke zuschneide und mit allem färbe, was mir in die Finger kommt. Ich verwende nur selbstgesammelte Pflanzen, also fällt zum Beispiel eine Indigo- oder Granatapfelfärbung weg. Und ich verzichte auf eine Vorbehandlung des Stoffes, auch wenn die Farben dann intensiver würden.

Stoff färben

Ich färbe immer 3 Stoffstücke mit der gleichen Pflanze ein. Nummer 1 ist dann schon fertig. Nummer 2 bekommt noch eine Behandlung mit Essigwasser, das hellt die Farbe meist einfach nur auf. Und Nummer 3 wird in einer Eisenlösung gebadet und dadurch meist dunkler, oft in Richtung gra-braun gehend. Manchmal ändert sich die Farbe auch komplett. Das hier ist zum Beispiel eine Färbung mit Pfingstrosenblüten. Die Eisenbehandlung hat den Stoff fast schwarz werden lassen.

Stoff färben

Manchmal habe ich auch nicht gut aufgepasst, dann erzielt man leichte Batikeffekte. Das war zwar nicht gewollt, aber schlimm finde ich es auch nicht. Hier übrigens eine Färbung mit Apfellaub, das ergab ein wunderschönes gelb beziehungsweise mit Eisen olivgrün.

Stoff färben

Inzwischen habe ich einen recht ansehnlichen Stapel von Stoffstücken. Hier zeige ich euch mal die letzten Stoffe, die ich gefärbt habe. Von links nach rechts sind das (immer in Dreier-Päckchen „Pflanze pur“ – „mit Essigwasser“ – „mit Eisenlösung“): Holunderbeeren, Brombeeren, Königskerzenblätter und Ringelblumenblüten.

Stoff färben

Ich bin gespannt, welche Farben diesen Herbst noch dazukommen. Bisher scheint der Quilt sehr braun-cremefarben zu werden, aber mit Holunder und Bombeere ist jetzt auch rosa und lila dabei.

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Klammerbeutel

Irgendwo muss man seine Wäscheklammern ja aufbewahren. Von früher kenne ich diese klassischen, genähten Kleidchen auf einem Kleiderbügel und so sollte mein Klammerbeutel auch aussehen. Nur, dass ich dafür ein altes T-Shirt verwendet habe, dass inzwischen in der Breite zu- und in der Länge abgenommen hatte (und ich stehe nicht so auf bauchfrei).

Klammerbeutel 1.0

Der Halsausschnitt wurde vergrößert und bekam einen farbigen Rand.

Klammerbeutel 1.0

Drahtbügel aus der Reinigung rein, fertig. Sieht doof aus und die Schulter rutschen ständig vom Bügel, ne, so nicht.

Klammerbeutel 1.0

Also den Rest von dem (ebenfalls alten und unförmigen) T-Shirt genommen, aus dem ich bereits den Halsrand genäht hatte, reingesteckt, schon besser.

Klammerbeutel 1.0

So hing der Beutel also ein-zwei Jahre, mein unschuldiges Schäfchen glotzte mich immerzu an, und der Jersey bewies, dass Jersey vor allem eines ist – dehnbar. Das Shirt leierte immer mehr aus, man musste immer tiefer greifen, um an die Wäscheklammern zu kommen, und erste Löcher zeigten sich. Ein neuer Beutel musste her.

Klammerbeutel 2.0

Es war Zeit für Klammerbeutel 2.0, ebenfalls aus einem alten Shirt (aber weniger dehnbarem Stoff). Nach gut 16 Jahren konnte ich das T-Shirt dann doch einmal aussortieren, aber es ist mit Erinnerungen verbunden. Jetzt erinnert es mich beim Wäsche aufhängen an einen schönen Urlaub mit meiner Brieffreundin.

Klammerbeutel 2.0

Diesmal habe ich auf die Ärmel verzichtet und den Beutel auch insgesamt etwas kleiner gemacht. Auch hier dient wieder ein Bügel aus der Reinigung als Aufhänger, den konnte ich passend zurechtbiegen und die Enden umbiegen, damit es passt.

Klammerbeutel 2.0

Damit die ganze Sache nicht so weit durchhängt und nicht ganz so leicht vom Bügel rutscht, habe ich mittig hinten noch einen Druckknopf angebracht. Bisher funktioniert die Sache und erfüllt ihren Zweck.

Klammerbeutel 2.0

Und statt Schäfchen grinst mich jetzt Das Engelchen an, das manchmal auch ein Teufelchen ist.

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Frühlings-Kapuzen-Etuikleid

Hach, man kann in der deutschen Sprache so schöne Wörter kreieren. Ich möchte euch heute mein rotes, ärmelloses Frühlings-Kapuzen-Etuikleid zeigen. Die Idee ist entstanden, weil ich Stoff übrig hatte. Eigentlich habe ich diesen roten Kuschelstoff nämlich gekauft, um einen Rotkäppchenumhang zu nähen. Ich habe mich in der Menge aber wohl etwas verschätzt und hatte genug für ein knielanges, ärmelloses Kleid übrig.

rotes Frühlingskleid

Für den Sommer ist der Stoff allerdings zu warm und so trage ich es bevorzugt im Frühling und Herbst mit einem langärmeligen Shirt drunter.

rotes Frühlingskleid

Genäht habe ich ein abgeändertes Modell 108 aus der Burda 2/2001. Abgeändert heißt, dass das Original natürlich keine Kapuze hat, und ein Futter brauchte ich heir auch nicht.

rotes Frühlingskleid

Taschen sind natürlich auch immer wichtig im Leben, bei den meisten Kleidern aber nicht vorgesehen. Ich habe mich hier mit Hamstertaschen versucht, bin aber mit Anordnung und Tiefe nicht ganz zufrieden. Die Gefahr, den Inhalt zu verlieren, ist mir doch zu groß (bei Taschentüchern nicht so schlimm, bei einem Schlüssel ungünstig).

rotes Frühlingskleid

Die Kapuze hat als Kontrast noch ein Futter in weinrot bekommen.

Damit bin ich dann nach langer Zeit auch mal wieder bei rums dabei.

Warme und kalte Getränke

Ich habe es endlich getan und mir eine Flaschenhülle genäht. Nicht, weil mir meine Flasche für unterwegs nicht gefällt, sondern weil ich oft auch im Winter unterwegs bin und eisgekühltes Wasser bei 3 Grad Außentemperatur einfach nicht ganz so toll ist…

Flaschenhülle

Genäht habe ich sie aus VW-Bulli-Stoffresten. Aus dem Stoff habe ich für Freunde eine große Tasche für ihre Reisen im VW-Bus genäht, aber auch die Reste wollen ja noch verwendet werden.

Flaschenhülle

Falls ich die Flasche irgendwann einmal irgendwo befestigen will, mit einem Karabiner oder so, habe ich noch ein Stück Gurtband angenäht.

Flaschenhülle

Und oben einen Gummizug, damit die Hülle auch schön und die Flasche schließt. Das Gummi und der Stopper sind Überbleibsel von einer kaputten Regenjacke, also noch mehr Resteverwertung.

Flaschenhülle

Damit die Tasche warme Getränke bei kalten Temperaturen auch wirklich wenigstens eine Zeit lang warmhalten kann, hat die Hülle ein Futter bekommen. Das Futter habe ich an den Innenstoff genäht, bevor ich Innenstoff und Außenstoff zusammengenäht habe.

Flaschenhülle

So sieht das fertige Produkt dann aus, wenn man einen Blick reinwirft. Oben seht ihr den Tunnelzug.

Der erste Test hat ergeben, die Hülle taugt was. Irgendwann wird das Getränk in der Flasche bei Minusgraden dann zwar doch kalt, aber das ist ja kein Wunder. Ich habe ja eine normale Flasche drin und keine Thermosflasche. Und der Praxistest fand bei Minus 15 Grad statt… 😀

Zum Nähen habe ich mich übrigens an der Anleitung von einfach bunt… orientiert, zu finden hier.

Verlinkt: crealopee, Stoffresteparty

Zweites Leben für ein Schlafschaf

Zweites Leben für ein – was?! Ein Schlafschaf? Richtig gelesen. Das Schlafschaf-Shirt habe ich gefühlt schon Ewigkeiten (die 10 Jahre dürfte es schon lange geknackt haben), es war auch noch tragbar und hatte nur etwas Länge verloren. Aber es hatte lange Ärmel (was bedeutet, dass ich meist ein T-Shirt drüber trage, dann sieht man aber das Schlafschaf nicht) und irgendwie erinnerte es auch eher an Schlafanzug (dafür aber zu warm, kein Mensch braucht lange Ärmel im Bett). Also eigentlich führte es im Schrank ein ziemliches Schattendasein. Das ist jetzt beendet und es bekommt ganz viel Licht.

Schafskissen

Ich habe ihm ein zweites Leben als Kissen eingehaucht. In Kombination mit einem Topp, das definitiv zu viel Länge verloren hat, um noch tragbar zu sein, aber passend ebenfalls gestreift war.

Schafskissen

Ein Kissen in einer schönen Größe hatte ich bereits vor einiger Zeit besorgt, jetzt habe ich endlich auch die Zeit gefunden, die beiden Shirts in einen Bezug zu verarbeiten.

Schafskissen

Dass die blau/lila-Streifen vorne und hinten versetzt aufeinander treffen, ist übrigens Absicht. Erst wollte ich es passend nähen, fand es dann so aber doch irgendwie interessanter.

Schafskissen

Auf der anderen Seite überlappt der Stoff etwas zum Hotelverschluß. Und so sieht es dann als ganzes Kissen aus. Ein gemütliches Schlafschaf-Kissen mit vielen Streifen, ich bin begeistert 🙂

Schafskissen

Verlinkt: Upcycling bei facile et beau, HoT, crealopee, Kissenparty 2018

Blaue Bommel

Ich stricke ja eigentlich recht gerne Mützen, ist man doch in überschaubarer Zeit fertig – ein Schal hingegen ist ein (Mehr-)Jahresprojekt für mich. Inzwischen habe ich aber Mützen-Strickverbot, denn ich habe genug Mützen und für jede Gelegenheit.

Blaue Bommelmütze

Zum Beispiel in blau. Ich liebe ja Wolle mit Farbverlauf und ich liebe Mützen mit Bommel (oder auch zwei).

Blaue Bommelmütze

Um sich von allen anderen Mützen da draußen abheben zu können, hat meine blaue Mütze einen Blumenknopf angenäht bekommen.

Blaue Bommelmütze

Gestrickt ist die Mütze ganz simpel, ein Bündchen aus rechten und linken Maschen und dann einfach glatt rechts.

Verlinkt: Stricklust, DienstagsDinge, HoT, HäkelLine

Wollrestesammlung ade

Durch meine Socken-, Mützen-, Schal- und Handschuhstrickerei haben sich einige Wollreste angesammelt. Nicht genug, um daraus ein neues Projekt zu starten und meist auch noch in verschiedenen Nadelstärken. Zum Wegschmeißen aber trotzdem zu schade. Also habe ich eine kleine Schafherde gehäkelt und zum Mobile verarbeitet. Eine kunterbunte Herde ist es geworden.

Schafsmobile

Dieses bunte Schaf mit den zweifarbigen Ohren mag meine ersten Socken besonders gern 🙂

Schafsmobile

Dieser Kandidat geht mit einer Mütze im Partnerlook.

Schafsmobile

Und dieses Schäfchen mit Beinstulpen.

Schafsmobile

Eine Gemeinsamkeit hält die Herde dabei eisern zusammen: Ohren, Beine oder Kopf entstammen meist den Resten meiner Streifensocken und -stulpen bzw. fingerlosen Handschuhe.

Schafsmobile

Die Standfestigkeit ist nicht die beste, weil die Köpfe so schwer sind und die Beine nicht sonderlich tragfähig. Aber aufgehängt machen sie eine echt gute Figur.

Schafsmobile

Und wie ich beim Schreiben feststelle, habe ich einen Großteil meiner Strickprojekte noch nie vorgestellt. Das werde ich in der nächsten Zeit dann wohl mal ändern müssen…

Verlinkt: HäkelLine, crealopee, HAPPYrecycling

Wäsche auf Reisen

Manchmal ist es einfach praktisch, frische Wäsche und Dreckwäsche trennen zu können. Zum Beispiel, wenn eine Reise mehrere Stationen umfasst. Oder überhaupt seine Wäsche so zu verpacken, dass auf einer längeren Zugfahrt beim Kramen nach der Reiselektüre gleich noch Socken und Unterhosen auf Nachbars Schoß purzeln. Also habe ich ein Wäschestück, von dem ich mich einfach nicht trennen kann, zu einem Wäschebeutel umfunktioniert.

Wäschebeutel

Warum ich mich von diesem alten T-Shirt nicht trennen kann: es zeigt mich am Morgen vor dem ersten Kaffee 😀

Wäschebeutel

Allerdings ist das Shirt sehr in die Jahre gekommen und mit jeder Wäsche hat der Druck mehr gelitten. So hat es jetzt ein zweites Leben bekommen.

Wäschebeutel

Genäht ist so ein Beutel ja schnell, eigentlich ist es auch nichts anderes, als ein Turnbeutel. Zuschneiden, an 3 Kanten zusammennähen, oben ein Tunnelzug rein, fertig. Und auch schon erfolgreich bereist 🙂

Verlinkt: crealopee

Hängeutensilo fürs Bad

Da uns Ablagefläche im Bad fehlt und alles, was auf der Waschmaschine steht, bei jedem Waschgang weggeräumt werden muss, habe ich ein Hängeutensilo nach dem Car Caddy-Schnitt von sew4home genäht. Fürs Auto habe ich diesen Schnitt schon ausprobiert und einfach minimal abgewandelt.

Hängeutensilo

Da Schafe und Nilpferde bei uns ganz hoch im Kurs stehen, habe ich diese zwei Stoffe für das Utensilo ausgewählt. Das macht doch gleich bessere Laune morgens im Bad…

Hängeutensilo

Anstatt der eigentlichen, für den Autositz gedachten Befestigung, habe ich als Aufhängung einfach einen Gardinenring eingesetzt. Haken an die Wand und fertig. Einziger Nachteil dieser Variante (oder auch meiner Faulheit, Vlieseline zur Verstärkung einzusetzen): das Utensilo hat sich über die Zeit ein bißchen gerollt.

Hängeutensilo

 

Natürlich habe ich auch ein bißchen was am Schnitt verändert. Die Erfahrung vom Car Caddy hat gezeigt, dass die Fächer dazu neigen, den Inhalt zu verlieren. Dementsprechend habe ich bei den breiten Mittelfächern eine Befestigung eingebaut. Ein kleines Band genäht und mit Druckknopf versehen – fertig. So kann das Fach auch prall gefüllt werden und nichts fällt heraus.

Hängeutensilo

Die obere und die untere Reihe hat dafür andere Fächergrößen bekommen, als vorgesehen. Unten habe ich einfach irgendwo einen Fehler gemacht und ausgebügelt (ähem…), in der oberen Reihe habe ich die Einteilung tatsächlich mit Absicht so vorgenommen.

Hängeutensilo

Inzwischen hängt das Utensilo schon eine Weile im Bad und ist echt ein wertvoller Ordnungshelfer.

Kleine Wohnung – Platzprobleme

Bevor ich euch heute etwas von Platzproblemen in kleinen Wohnungen erzähle, möchte ich erst noch kurz berichten, was mir derzeit so die Zeit raubt: ein kleiner Schrebergarten, der komplett umgekrempelt, besät und beerntet werden möchte. Es macht tierisch Spaß, ist manchmal frustrierend (ich sage nur: Schnecken!), aber ich konnte auch schon ernten und genießen. Und begrüße euch heute mit einem kleinen Blumenstrauß (im Hintergrund seht ihr übrigens Smirre und Mårten).

Gartenblumen

Eigentlich bin ich kein Schnittblumen-Fan, aber die Hortensie musste umziehen und hat dabei eine Blüte geopfert und der Lavendel passte einfach so gut dazu. Als Grundlage hat dann auch der Frauenmantel noch 2 Blätter hergeben müssen.

Gartenblumen

Jetzt aber zu den Platzproblemen.

Wenn man eine kleine Wohnung hat, wird man nicht nur Meister im Stapeln. Man lernt auch, jeden Winkel zu nutzen und sich Lösungen auszudenken. Unsere derzeitige Küche ist nicht die kleinste, mit der ich jemals leben musste. Trotzdem wissen wir nie, wohin mit allem (vor allem, da wir unseren bröckeligen Wänden nicht zutrauen, Hängeschränke mitsamt Inhalt zu tragen…).

Untersetzer-Utensilo

Auch die großen Untersetzer für Töpfe sind entweder im Weg, oder so gut verstaut, dass sie keiner findet. Also habe ich ein Wandutensilo für die Untersetzer genäht.

Untersetzer-Utensilo

Damit es gut abwaschbar ist (eine Küche ist ja selten fettfrei), habe ich es aus Resten von einer Wachstischdecke genäht. Ich habe definitiv schon einfacher zu verarbeitendes Material unter der Nähmaschine gehabt. Um es mir nicht unnötig schwer zu machen, habe ich gar nicht erst über wenden nachgedacht, sondern einfach auf rechts und die Ränder mit Stoffband eingefasst (einen Teil musste ich per Hand nähen, da hätte ich mir wohl zu Beginn wenigstens über die Reihenfolge Gedanken machen sollen…). Das schönste Utensilo ist es sicher nicht geworden, aber es erfüllt seinen Zweck…